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Vereine in Karsau

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27.10.2009

Der SPD - Ortverein Karsau stellt sich vor :

wappen_neu_1Sehr geehrter Web - Besucher,
schön, dass Sie sich ein wenig Zeit für uns nehmen. Wir begrüßen Sie sehr herzlich auf unserer Internet präsentation.

Wir verfolgen mit dieser Hompage das Ziel, Sie über die politische Arbeit innerhalb des SPD - Ortsvereines Karsau zu informieren. Wir, das sind die Frauen und Männer, die sich innerhalb der SPD, eine freie und gerechte Gesellschaft anstreben, in der jeder Mensch seine Persönlichkeit in Freiheit entfalten kann. Unser Ziel ist es, die bürgerschaftlichen Interessen nach den Prinzipien^der Solidarität und der Gerechtigkeit, zu verwirklichen.

Wir leben in der Bundesrepublik Deutschland, einem demokratischen Staat. In ihr soll Politik von Bürgern für Bürger gemacht werden. dies gilt insbesondere für die Kommunalpolitik, weil für den einzelnen Bürger der unmittelbaren Kontakt und die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft zwangsläufig in der Gemeinde stattfindet, in der er lebt und arbeitet. Hier erlebt er zuerst gesellschaftliche Veränderungen. Sozialdemokratische Kommunalpolitik muss deshalb in allererster Linie Gesellschaftpolitik sein. Weil sich in der Zukunft unserer Gemeinden auch die Zukunft unseres Landes entscheidet, ist unsere Politik darauf ausgerichtet, dass

  • die Interessen der Mehrheit der Gemeindebürger Vorrang vor privaten Vorteilen einer Minderheit haben
  • die Bedürfnisse der Gruppen, die sich selbst nicht genügend artikulieren können, berücksichtig werden und das
  • die Nutzung von öffentlichem Grund und Boden der Anforderungen der Gemeinschaft gerecht wird und nicht wirtschaftliche Interessen einzelner Vorrang haben.

Jede Kommunalpolitik ist nach unserer Überzeugung dann in Frage gestellt, wenn der Bürger der Verwaltung, dem Ortschafts- und dem Gemeinderat misstrauisch oder gar resignierend gegenübersteht. Die Bürger dürfen nicht nur "Betroffene" sein, sie sollen - wann immer möglich - an kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozessen teilhaben. Wichtige Gemeindeangelegenheiten müssen mit den Einwohnern erörtert werden. Deshalb sind regelmäßige Bürgerversammlungen stets ein Anliegen sozialdemokratischer Kommunalpolitik. Daran orientiert sich auch das jeweils für eine Legislaturperiode erstellte Kommunalwahlprogramm des SPD-Ortsvereins Karsau. Letztlich wollen wir die Zukunft unseres Landes im inneren und äußern Frieden so gestalten, dass sie eine gute Zukunft für alle Bürger wird.

Aus der Geschichte des SPD - Ortsvereins Karsau :

Die Anfänge der Sozialdemokratie gehen in Karsau zurück auf die Arbeiterbewegung, die sich im ausgehenden 19. Jhd. im Dreiländereck entfaltete. Als zwischen 1894 und 1898 auf ehemals Karsauer Gemarkung das erste Flusskraftwerk in Europa entstand, war Karsau noch eine kleine, überwiegend landwirtschaftlich strukturierte Gemeinde. Infolge des Kraftwerkbaues setzte eine rasche Industrialisierung ein. Um das Kraftwerk herum siedelten sich zunächst die "Elektrochemischen Werke Rheinfelden", die "Chemische Fabrik Griesheim Elektron" und die "Aluminium Industrie Neuhausen" an der damals ’Landstraße bei Rheinfelden’ bezeichneten späteren Gartenstraße, (seit 1975 Karl-Fürstenberg-Straße) siedelte sich die "Seidenweberei Henneberg" (zuletzt Neukauf, derzeit Gewerbebrache) an. Die kleine Dinkelberg- und Hochrheingemeinde Karsau (mit Riedmatt und Beuggen) wandelte sich allmählich vom reinen Bauerndorf zu einem Bauern- und Arbeiterdorf.
In unmittelbarer Nähe zu den Produktionsstätten entstanden auf ursprünglich Karsauer Gemarkung (heute "Oberrheinfelden") an der heutigen Dürrenbach- und oberen Kanalstraße sowie im Gewann "Hölzle" (heute Friedrichstraße 100 - 110) erste Arbeiterwohnhäuser. In diesem Umfeld entwickelte sich aus der Arbeitnehmerschaft heraus ein großes sozialdemokratisch-gewerkschaftlich orientiertes Potential, denn als klassische Arbeiterpartei lag in den Anfangsjahren das politische Wirkungsfeld der SPD auf der Seite der Werktätigen, die in den Industriebetrieben tätig waren.
Im Jahre 1907 wurde in Karsau der "Arbeiter Radfahrer Verein - Frisch Auf Karsau" gegründet. Wegen seiner politischen Nähe zur Sozialdemokratie wurde dieser Verein im Volksmund stets "der rote Radfahrerverein" genannt. Auf Initiative des damals in Karsau tätigen Lehrers Joachim Fugazza etablierte sich im Jahre 1911, aus diesem Verein heraus, der Karsauer SPD-Ortsverein.
Die damalige Ortsvereinsgründung und die Anfangsjahre fanden in einer schweren Zeit des Umbruches statt. 1913 hatte der Ortsverein 15 eingetragene Mitglieder. Die in der Arbeiterschaft verwurzelte Sozialdemokratie hatte es nicht leicht, denn sie galt im großherzoglich regierten Land Baden als äußerst suspekt. Das Großherzogliche Bezirksamt in Säckingen und die in Rheinfelden stationierten Gendarmen wachten mit Argusaugen über die sozialdemokratischen Umtriebe. Es galt Mut und Zivilcourage zu zeigen und oft für seine politische Überzeugung persönliche Nachteile hinzunehmen. Mutig und solidarisch wurden zusammen mit der Arbeiterschaft heute selbstverständliche Dinge, wie das allgemeine und gleiche Wahlrecht und der 8-Stunden-Tag erkämpft.
1914 saß der erste Sozialdemokrat im Gemeinderat von Karsau. Unbeirrt, und unverdrossen haben Sozialdemokraten mit stetig wachsendem Erfolg über Jahre hinweg, das Vertrauen der Bevölkerung erworben. 1924 wurde mit Karl Wießmer zum ersten Mal ein Sozialdemokrat Bürgermeister der Gemeinde Karsau. Nach der Machtübernahme Adolfs Hitlers (30. Januar 1933) kam am 23. Juni 1933 mit der nationalsozialistischen "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat" das vorläufige Aus für die SPD. Sie wurde mit der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) gleichgestellt und mit sämtlichen Hilfs- und Nebenorganisationen, aufgelöst. Das Parteivermögen wurde eingezogen; die Akten größtenteils vernichtet. Die braunen Machthaber wollten damit verhindern, "... dass in Deutschland die staats- und volksfeindlichen Tendenzen des Marxismus jemals wieder auftauchen."
Wie alle sozialdemokratischen Bürgermeister wurde auch Karl Wießmer und mit ihm auch alle sozialdemokratischen Gemeinderäte ihrer Ämter enthoben. Jegliche politische Betätigung war ihnen und der SPD ab sofort untersagt. Auch die der Sozialdemokratie nahestehenden Vereine in Karsau (der Turnverein und der Arbeiter Rad- und Kraftfahrer-Verein, der aus dem Radfahrerverein "Frisch Auf Karsau" hervorgegangen war), wurden von den braunen Machthabern verboten und aufgelöst.
Bis zum Ende des 2. Weltkrieges und dem jähen Niedergang des "1000-jährigen Reiches" im Jahre 1945, war Adolf Frech Bürgermeister in Karsau, dieser stand der NSDAP zumindest nahe. Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands, am 08. Mai 1945, setzte die französische Militärregierung mit Albert Brombach wieder einen Sozialdemokraten als Bürgermeister ein. Albert Brombach waltete von 1945 - 1948 und von 1953 -1959 als Bürgermeister von Karsau.
Letzter Bürgermeister von Karsau war von 1959 bis zum 31.12.1974 der Sozialdemokrat Willi Spitznagel. Infolge der expansiven Industrie und dem wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung, entwickelte sich Karsau nach dem Krieg mehr und mehr zur Wohngemeinde für die in den Industriebetrieben auf Rheinfelder und Karsauer Gemarkung beschäftigten Arbeitnehmer. Bürgermeister Spitznagel schuf während seiner Amtszeit eine moderne Infrastruktur. Mit dem steten Wachstum der Gemeinde und der Erschließung von Baugebieten (1961 Kapfbühl, 1964 Blümleacker, 1967 Katzenbuckel, 1970 Burstel-Nord), wurden neue und größere Bauten notwendig, wie zum Beispiel der Anbau an die Christian-Heinrich-Zeller-Schule (1962/63), die Mehrzweckhalle (1969/70) und das Rentnerwohnheim in Riedmatt. Auch die neue Dinkelberger Wasserversorgung 1960/61 und der Waldfriedhof (1962/63) wurden während Spitznagels Amtszeit realisiert.
 

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Dieses Foto wurde im April 1967 vor dem Karsauer Rathaus aufgenommen.
Es zeigt die damals kommunalpolitisch engagierten Mitglieder des SPD-Ortsvereins
Karsau. Hintere Reihe v. l.: Johann Weider, Georg Zäpernick, Kurt Putschke,
Richard Faber, Walter Brombach, Gerhard Wießmer. Mittlere Reihe v. l.: Manfred Waid,
Herbert Wießmer, Klaus Kiesewetter, Günter Brehm, Otto Krause, Gerhard Sieracki.
Vordere Reihe v. l.: Gottlieb Engelmann, Wilhelm Thoma, Walter Schlachter, Walter Koch,
Bürgermeister Willi Spitznagel, August Hay, Karl-Friedolin Hay und Kurt Wenk.

Vor allem den Rheinfelder Kommunalpolitikern und den Verantwortlichen im Rheinfelder Rathaus blieb Willi Spitznagel durch seinen energischen Widerstand gegen die Anfang der 70-er Jahre eingeleitete Gemeinde- und Kreisreform in Erinnerung. Energisch und vehement widersetzte er sich der Eingemeindung und dem damit verbundenen Verlust der Selbständigkeit Karsaus nach Rheinfelden. Sein beharrlicher Kampf entzweite zeitweise nicht nur das Dorf und den Karsauer Gemeinderat, sondern auch den SPD-Ortsverein. Der Rückhalt für Willi Spitznagel in der Bevölkerung war aber ungebrochen groß. Dies zeigte sich in den Kommunalwahlen 1975. Mit der eigens gegründeten "Aktionsgemeinschaft für ein selbständiges Karsau" erreichte er und seine Mitstreiter auf Anhieb die meisten Stimmen.
Verhindern konnte Spitznagel die Eingemeindung am Ende aber doch nicht. Durch das "Besondere Gemeindereformgesetz" zog die Landesregierung von Baden-Württemberg zum 01. Januar 1975 einen Schlussstrich. Karsau wurde letztlich per Gesetz in die Stadt Rheinfelden zwangseingemeindet. Durch die Hauptsatzung des Gemeinderates der Stadt Rheinfelden (Baden) wurde die Ortschaftsverfassung eingeführt und Willi Spitznagel, waltete danach noch bis zur Kommunalwahl 1978 als Ortsvorsteher von Karsau.
Seit 1994 ist mit Hubert Peschke wiederum ein Sozialdemokrat Ortsvorsteher von Karsau. Zuvor war Hubert Peschke von 1989 bis 1994 stellvertretender Ortsvorsteher. Von 1988 bis zum Frühjahr 2000 führte er darüber hinaus den SPD-Ortsverein Karsau als l. Vorsitzender. Als "Mann des Ausgleichs" bemüht sich Ortsvorsteher Peschke um die Belange aller Bürger. Er ist in der Bevölkerung akzeptiert und beliebt, was sich nicht zuletzt stets in den Wahlergebnissen wiederspiegelt.
Für den SPD-Ortsverein Karsau und seine Mandatsträger gilt und galt schon immer die Augen und Ohren für die Probleme der Mitmenschen offen zu halten. In seiner nun fast 100-jährigen Geschichte waren:

          -               Arbeit für alle,
          -               das Frauenwahlrecht,
          -               die soziale Gerechtigkeit und
          -               Solidarität und Freiheit

wichtige politischen Leitsätze. Die Bewahrung des Friedens, die Erhaltung unserer Umwelt und die Organisation eines Lebens in Würde, für Mann und Frau, für Jung und Alt, galt damals wie heute.
An dieser Stelle sei allen SPD-Mandatsträgern, Mitgliedern, Freunden und Wählern für die Mitarbeit, das Vertrauen und Unterstützung in zurückliegender Zeit gedankt. Dank und Respekt gilt aber auch allen aufrechten Demokraten in der Dorfgemeinschaft, weil trotz aller politischen Meinungsverschiedenheiten immer ein Miteinander im Interesse des Gemeinwohls, der Bürgerschaft und der Menschen die hier zu Hause sind, möglich war. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Die Fähigkeit kommunale Politik sinnvoll zu gestalten, setzt letztlich die Fähigkeit zur Kompromissbereitschaft zwingend voraus.

.Copyright: Jürgen Räuber··

Es ist nicht gestattetet, die Bilder oder den Text ohne ausdrückliche Genehmigung. des Verfassers in irgendeiner Form zu verwerten, zu vervielfältigen oder öffentlich aufzuführen.
 

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